Informations- und Mobilisierungsveranstaltungen

Im Vorfeld des Nazi-Aufmarsches finden weitere Info-Veranstaltungen im Stadtteil Ostersbaum und auf dem Ölberg statt

22.1.2011 | 15:00 Nachbarschaftsheim Platz der Republik 22-24
23.1.2011 | 17:00 Gegenseitige Hilfe Verein e.V.Cepni ve Cevresi Yardimlasma Dernegi Brunnenstr.8

Desweiteren sind Mobilisierungsveranstaltungen in diesen Städten geplant:

19.01.2011 | ca.20:00 Düsseldorf – Linkes Zentrum Hinterhof [Infocafé]
19.01.2011 | 18:00 Aachen – AZ
20.01.2011 | 19:30 Bielefeld – AJZ
20.01.2011 | 20:00 Solingen – Café Courage
21.01.2011 | 19:00 Münster – Don Quijote
21.01.2011 | 20:00 Bochum – Soziales Zentrum
24.01.2011 | 19:30 Düsseldorf – Linkes Zentrum Hinterhof
25.01.2011 | 19:30 Leverkusen-Opladen – KAW
26.01.2011 | 18:00 Wuppertal – Universität (N.10.11a)
26.01.2011 | 19:00 Köln – AZ

27.1.2011
Befreiungstag von Auschwitz – Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in Wuppertal-Vohwinkel

19:00 Kaiserstrasse/ Ecke Bahnstrasse: Gedenkfeier für die Vohwinkler NS-Opfer
19:30 Bürgerbahnhof Vohwinkel: Zeitzeugenveranstaltung mit Paul Brune, Überlebender der Kindereuthanasie

Paul Brune wurde 1943 als Achtjähriger in die so genannte Kinderfachabteilung der Provinzialheilanstalt Dortmund-Aplerbeck eingewiesen. Hinter der Beschönigung „Kinderfachabteilung“ verbarg sich eine der Tötungsstationen der „Kindereuthanasie“, die allein in Westfalen über 200 Säuglinge, Kinder und Jugendliche traf. Gleichzeitig gingen von Dortmund-Aplerbeck wie von der Klinik Marsberg (Hochsauerlandkreis), wohin Brune später verlegt wurde, auch die Transportaktionen im Rahmen der Erwachsenen-„Euthanasie“ aus. Mit Glück überlebte Paul Brune die Massenmorde der NS-Psychiatrie, doch zu einem hohen Preis: Die Stigmatisierung, „lebensunwert“ zu sein, wurde er nie mehr los. Als angeblicher Psychopath blieb er auch nach Kriegsende gegen seinen Willen in der Psychiatrie und musste erleben, dass die Misshandlungen an Patienten dort praktisch unverändert weiter gingen. Erst 1957 hob ein Gericht die Entmündigung von Brune auf. Er arbeitete hart für ein neues Leben, studierte und wollte Lehrer werden. Doch am Ende seines Studiums holte ihn seine alte „Irrenhausakte“ wieder ein. Ein Amtsarzt attestiert ihm „asoziales Verhalten infolge Erbanlage“. Brune, der heute in Bochum lebt, erkämpfte sich zwar noch sein zweites Staatsexamen, der Weg in den Schuldienst aber blieb ihm verwehrt.

Die Verbrechen des Dritten Reiches im Zeichen der „Rassenhygiene“ und der „Vernichtung unwerten Lebens“ gehören zu den lange wenig beachteten Kapiteln deutscher Zeitgeschichte. Was 1934 mit massenhaften Zwangssterilisationen begann, endete seit 1939 nach Schätzungen für über 200.000 Menschen mit der Ermordung in der so genannten Euthanasie. Die Opfer dieser Verbrechen zählen noch immer zu den weitgehend vergessenen Opfergruppen. Sie selbst und ihre Angehörigen sind häufig bis heute traumatisiert und stigmatisiert.

VeranstalterInnen:
Antifa Referat Universität Wuppertal, Antifa-Café Wuppertal, Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V,, Tacheles e.V., VVN-BdA